Informationsblatt für Mitarbeiter der Krankenversicherungen.
Immer wieder verordnen Ärzte kontinuierlich passive Bewegungstherapie zu Hause.
Wie ist diese Therapieform - auch unter Effizienzgesichtspunkten - zu beurteilen?
CPM: Kontinuierliche, passive Bewegung.
Was ist das, wem nützt es?
Die kontinuierlich passive Bewegungstherapie (CPM) fand ab etwa 1980 in Europa und Nordamerika rasche Verbreitung. Das Therapiekonzept geht davon aus, daß operierte oder verunfallte, übungsstabile Gelenke über mehrere Wochen dazu neigen, unkontrolliert zusammenzuwachsen. Sie sollten daher möglichst nicht unbeweglich gehalten werden ...sondern im Gegenteil ständig bewegt werden. Die Behandlung beginnt nach Möglichkeit sofort postoperativ um
- die Ergußresorption zu verbessern
- den postoperativen Schmerz zu senken.
und sollte - soweit indiziert - weiter poststationär fortgesetzt werden um
- Ankylosen, Adhäsionen, Verwachsungen und Versteifungen vorzubeugen.
- durch Umwälzung der Synovialflüssigkeit für eine hinreichende Gelenkflächenernährung zu sorgen und den Gelenkstoffwechsel voll aufzubauen.
- "Lücken" in der anschließenden krankengymnastischen Behandlung zu schließen.
- Das vom Operateur gewonnene Bewegungsausmaß (OP-Ergebnis) sicherzustellen.
CPM-Therapie: Wo und wann?
Die CPM-Therapie fand in den achtziger Jahren zunächst Anwendung in Krankenhäusern. Ermutigt durch gute Erfolge leichte Handhabung und fehlende Nebenerscheinungen, verordnen seit etwa 1985 Unfallchirurgen und Orthopäden ihren Patienten "CPM zu Hause". Zwei Ziele stehen dabei im Vordergrund:
- Das Operationsergebnis bezüglich der gewonnenen Beweglichkeit sicherzustellen.
- Frühere Entlassungstermine zu ermöglichen (nach äußerlicher Wundheilung).
Also kann die CPM-Therapie die Gesamtbehandlungskosten senken durch:
- Vermeidung erneuter Operationen (Revidize) um Beweglichkeit wieder herzustellen.
- Verkürzte Krankenhausaufenthalte
- Vermeidung einer Behinderung / längeren Arbeitsunfähigkeit / früheren Pflegebedürftigkeit.
nach oben ↑
|