Kleeberg Medizintechnik - Kinetec West

INFOS FÜR KRANKENVERSICHERUNGEN

Informationsblatt für Mitarbeiter der Krankenversicherungen

  • Immer wieder verordnen Ärzte kontinuierlich passive Bewegungstherapie zu Hause.
  • Am 5.9.2019 fand der G-BA in Berlin, die Therapieform sei wirtschaftlich, notwendig, nützlich. Kurzum: für Knie und Schulter i.d.R. von den Kassen zu übernehmen!! (Ellenbogen, Sprunggelenk etc. liegen weiter im jeweiligen fallbezogenen Ermessen der Kasse – aus politischen Gründen)
  • Davon unabhängig: Wie ist die Therapieform – z.B. unter Effizienzgesichtspunkten - zu beurteilen?

CPM: Kontinuierliche, passive Bewegung. Woher kommt sie?

  • Die kontinuierlich passive Bewegungstherapie (CPM) begann 1847 unter anderem in Schweden (Dr. Gustav Zander) und erlebte ein Auf und Ab im Laufe der Zeiten. Nach den Weltkriegen (Arbeitsbeschaffung!!) jeweils ein Ab… [Wenn der Ochse krank war, zog der Bauer selbst den Pflug. Dadurch schmeckte das Korn aber nicht besser!] Durch das Aufkommen der Gelenkersatzchirurgie (TEP) in den Siebzigern des 20. Jhdts, zuerst besonders im frankophonen Teil der Welt, Schweiz, Kanada, Belgien, Frankreich usw., wurde ein französisches MedTec-Unternehmen, Cogemo in Nordfrankreich angetriggert, CPM-Geräte zu bauen. So entstand 1979 die Marke Kinetec®, die sofort in Europa und Nordamerika Karriere machte, rasche Verbreitung fand. Seit 1985 flankiert durch die weitere Marke mit dem großen A..

CPM: Was soll sie, was tut sie?

  • Das Therapiekonzept geht davon aus, dass verunfallte und/oder operierte übungsstabile Gelenke über mehrere Wochen dazu neigen, einfach zusammen zu wachsen. Das wäre im Falle des Überlebens in freier Wildbahn die gesündere Variante: Lieber Bein steif, fest, schmerzfrei, als „Aua-Schlabberbein“! Operierte Gelenke sollen daher ständig bewegt werden. Die Behandlung beginnt nach Möglichkeit sofort postoperativ um die Ergussresorption zu verbessern, den postoperativen Schmerz zu senken, die Schmerzmedikation zu reduzieren, Arthrofibrose zu vermeiden, den Gelenkstoffwechsel aufrecht zu halten, die Ernährung der Gelenkflächen sicherzustellen, insofern das Knorpelwachstum zu ermöglichen, die stationäre Verweilzeit (Kosten!) zu reduzieren, schließlich das Behandlungsergebnis (weniger dauerhaftes Handicap!) insgesamt zu verbessern und die Rehabilitationsdauer (Kosten!) zu verkürzen.

CPM nach Wochen, Schwerpunkte der Wirkung poststationär, …

  • Ankylosen, Adhäsionen, Verwachsungen, Versteifungen weiter vorbeugen.
  • Durch regelmäßige Umwälzung der Synovialflüssigkeit die hinreichende/n Gelenkstoffwechsel/Gelenkflächenernährung sicherstellen, voll aufbauen.
  • "Lücken" in der krankengymnastischen Behandlung, Wochenenden, Feiertage, Sonstige schließen.
  • Das operativ gewonnene Bewegungsausmaß (OP-Ergebnis) sicherstellen.

CPM: Zu Hause?

  • CPM begann seit 1979 in Krankenhäusern. Wegen guter Erfolge, leichter Handhabung, fehlender Nebenerscheinungen, verordneten seit etwa 1985 Unfallchirurg*innen und Orthopäd*innen ihren Patient*innen "CPM zu Hause". Zwei Ziele standen dabei von Anfang an im Vordergrund:
  • Das OP-Ergebnis bezüglich der gewonnenen Beweglichkeit sicherzustellen.
  • Frühere Entlassung zu ermöglichen (nach äußerlicher Wundheilung).

Fazit: CPM zu Hause sollte die Gesamtkosten senken:

  • Vermeidung erneuter Operationen (Revidize, Narkosemobilisationen) um verlorene Beweglichkeit (wegen fehlender Motorschiene zu Hause?!) wieder herzustellen.
  • Verkürzte Krankenhausaufenthalte.
  • Vermeidung einer Behinderung / längeren Arbeitsunfähigkeit / früheren Pflegebedürftigkeit.

Nachtrag: Übrigens! CPM Avantgarde - Wo gibt’s denn so was???

  • Science-Fiction? Nein! Wahrheit!
  • Wenn Sie es erfinden wollen: Super Idee! Leider zu spät, gibt es schon! Es gibt ein Krankenhaus, St. Josef, (wir können Ihnen gern sagen wo!) Die fanden vor mehr als 20 Jahren heraus: Eine Knie-Motorschiene, die jeden Tag dreimal durch vier Betten wandert? Das ist doch Pfui! Wer hält die Geräte ständig sauber? Wer hat die Zeit, sie mehrmals täglich von Zimmer zu Zimmer zu rollen? Wer stellt sicher, dass die Erbsensuppe von Vorgestern aus Zimmer 217 nicht heute noch in Zimmer 222 unter der Knie-CPM klebt? Wer stellt sicher, dass ständig die Beinlänge, das Bewegungsausmaß an die/den (Fortschritt der/des) Patient/in angepasst wird? Patient/in selbst? Naja – zu Hause klappt das ((mit dem Fortschritt))- O.k.. Aber kriegen die Operierten im Krankenhaus das - auf Anhieb, kurz nach OP, noch unter Schmerzmittel - („routiniert“) und ergebnissicher hin? Wohl kaum. Die Lösung im St. Josef seit mehr als 25 Jahren: Jeder/m Operierten eine „eigene“ Knie-CPM aufs Zimmer! Für die Dauer der Verweilzeit. Nur für sie/ihn! 3 Patienten im Zimmer? Dann auch 3 Geräte! Immer, konsequent. Sie haben Fragen? Gern! kleebergmt@aol.com
  • Autor: Stefan Kleeberg Essen, zuletzt bearbeitet am 19.4.2021, gestützt unter Anderem auf Informationsbroschüren des Verband für CPM-Therapie e.V. aus 2014 „Verordnungsleitfaden“ und 2020 „ArztCard“ Es sind noch Exemplare vorrätig, bitte gern anfordern!